PR 2538 - AUFBRUCH DER LEUCHTKRAFT - Uwe Anton & Robert Feldhoff
Dieser Roman stellt insofern in Novum dar, als dass er von zwei Autoren verfasst wurde. Tatsächlich hat Uwe Anton die vorhandenen Teile des Romans vom verstorbenen Robert Feldhoff aufgegriffen und daraus nun einen »ganzen« Roman gemacht. Doch zunächst zum Inhalt:
Alaska Saedelaere schlendert also durch die Straßen von Terrania, so völlig entspannt, wie es nur Unsterbliche mit einer Plastikmaske vor dem Gesicht können, als er bemerkt, dass er verfolgt wird. Er stellt den Verfolger, der sich als ein Androide, ein Besatzungsmitglied der LEUCHTKRAFT, herausstellt.
Eroin Blitzer - so sein Name - berichtet Saedelaere, dass Samburi Yura verschwunden ist und der Bordrechner der LEUCHTKRAFT der Meinung ist, Alaska könne bei der Suche helfen.
Nun gut, Saedelaere eilt schnell nach Hause packt einen SERUN ein und schon geht's mit einem Beiboot zur LEUCHTKRAFT. Vor ihrem Verschwinden hat Samburi Yura eine Nachricht aufgezeichnet: »QIN SHI ist erwacht. Das BOTNETZ steht bereit.« Zum Zeitpunkt der Aufzeichnung befand sich die LEUCHTKRAFT in der Galaxis Totemhain. Also flugs nach Totemhain geflogen. Die Galaxie ist ziemlich weit weg, selbst der Kosmokratenraumer ist mehrere Wochen unterwegs.
Wie es der Zufall nunmal will, gibt es in der ganzen Galaxie nur ein wirklich technisch hochstehendes Volk, die Lokopter, eine Straußen-ähnliche Rasse. Die Lokopter haben nur 48 Großstädte, die auf dem Aquätor gleichmäßig verteilt sind. Über jeder Stadt befindet sich eine Art Raumstation, die mit den kosmokratischen Mitteln der LEUCHTKRAFT zwar geortet, nicht aber näher untersucht werden kann.
Saedelaere beschließt den Planeten alleine (!) zu erkunden und wie es der Zufall will, findet er nach ein paar Minuten einen Zeitbrunnen, der vor kurzem benutzt wurde, obwohl die Zeitbrunnen schon vor langem »abgeschaltet« wurden. Und, zack, taucht ein Humanoider mit schwarzer Haut auf, der ziemlich geheimnisvoll tut und sich als Ennerhahl vorstellt. Er erzählt Saedelaere von den »48 Schreinen der Ewigkeit« und verschwindet. Die Orter haben Ennerhahl nicht wahrgenommen, aber irgendwie finden sie dann doch eine Spur, die in die Hauptstadt Lokops Nest, führt.
Bevor Saedelaere sich allerdings dorthin begibt, macht er erstmal ein Nickerchen. Im Traum erscheint Samburi Yura und warnt vor einer großen Gefahr, natürlich ohne konkret zu werden, aber QIN SHI und BOTNETZ sind völlig wichtig. Jedenfalls bittet sie Alaska um Hilfe. In der Zwischenzeit haben die Androiden auf der LEUCHTKRAFT eine Legende der Lokopter ausgemacht, in der von »48 Blütenblättern der Zeitrose« die Rede ist. Nun macht er sich auf, mit einem Gerat ausgestattet, dass es ihm erlaubt die Gestalt eines Lokopters anzunehmen (diese Kosmokratentechnik hat's wirklich drauf).
Nach etwas Hin und Her findet Saedelaere Ennerhahl und die beiden beschließen, gemeinsam vorzugehen. So gelingt es ihnen in einen der »Schreine der Ewigkeit« einzudringen. Diese sind in zwei Kilometern Höhe über jeder Stadt vorhanden. In dem Schrein werden Saedelaere und Ennerhahl von eindeutig nicht lokoptischen Robotern entdeckt, festgesetzt und ein Wächter erklärt, ihr Leben sei verwirkt. Nun gibt sich Ennerhahl als Inkarnation des BOTNETZES zu erkennen und fordert Unterwerfung. Das war's. Cliffhanger.
(Uff, Entschuldigung, diese lange Handlungszusammenfassung mache ich, damit man sich überhaupt ein Bild machen kann.)
Hmm, im Großen und Ganzen bin ich mit dem Roman sehr zufrieden. Er hatte diesen »Sense of Wonder«. Allerdings merkt man ihm auch an, dass es Uwe Anton wohl nicht ganz leicht gefallen ist, die Teile von Robert mit seinen Ideen zu verquicken.
Es wird ein neuer Handlungsschauplatz aus dem Hut gezogen, Saedelaere wird mal wieder mit irgendeiner Bedrohung (QIN SHI bzw. BOTNETZ) konfrontiert und wie immer ergehen sich alle nur in irgendwelchen Andeutungen. Es wäre ja auch zu einfach, wenn so eine Kosmokratenbeauftragte sagen würde, was Sache ist. »QIN SHI ist ein Superintelligenz, die eine Gefahr für xyz darstellt, weil sie abc machen wird. Du musst daher folgendes tun ...« - Nee, so geht das nicht. War ja auch nur ein Traum, die sind nie so konkret. Aber konkret genug, dass Saedelaere die Sache ernst nimmt.
Die Anzahl der Zufälle ist auch frappierend, aber na gut, Saedelaere ist ja auch ein »kosmischer Mensch«, wiewohl ich mehrfach »komischer Mensch« gelesen habe, was die Sache genauso auf den Punkt bringt.
Die Namen sind mal wieder lustig: Totemhain und Lokopter, großartig.
Und irgendwann ist das Heft dann einfach zu Ende und hinterließ bei mir die Frage »Das war's jetzt?«. Hängt alles in der Luft. Ach nee, doch nicht, im nächsten Roman von Marc A. Herren geht die Geschichte weiter.
Mein Fazit: Irgendwie war meine Erwartungshaltung wohl zu hoch. Ich mag solche Geschichten mit Kosmokratenbeauftragten und ko(s)mischen Rätseln. Obwohl kein schlechter Roman, war ich am Ende doch etwas enttäuscht.
AUFBRUCH DER LEUCHTKRAFT
PERRY RHODAN 2538
Robert Feldhoff und Uwe Anton
Heftroman
Verlagsunion Pabel-Moewig
ca. 60 Seiten, € 1,85
Coverabbildung Copyright VPM

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