COLIN MCRAE DIRT 2

Cover Dirt 2 PCNie war Brettern schöner

Hin und wieder erfreue ich mich auch an Computerspielen, bei denen das Hauptziel darin besteht, mit irgendeiner Art von Boliden schneller irgendwo hin zu kommen, als andere. Von NEED FOR SPEED habe ich einige Varianten gespielt und hier machten mir insbesondere die Funracer im Milieu illegaler Straßenrennen eine Menge Spaß. Sobald der Simulationsfaktor bei Rennspielen zu hoch gerät und aus dem Spiel Arbeit wird, eignen sie sich für mich allerdings nicht. Deswegen konnte mich auch keiner der neueren Rallye-Raser bisher so recht begeistern, oft war die Steuerung zu realistisch (sprich: für Durchschnittsmenschen über 14 nicht handhabbar) oder es wurde zu Lasten des Spielspaßes zu viel Wert auf Streckenrealismus und Fahrverhalten der Pixelboliden gelegt zu Ungunsten eines schnellen und unkomplizierten Rennens.

Das galt bisher auch für Codemasters' COLIN MCRAE-Reihe, doch mit der letzten Inkarnation DIRT 2 haben sie das Simulationsgenre verlassen und sind einen großen Schritt in Richtung Spaß gegangen.

In den News hatte ich darüber berichtet, wie die Demo mit Problemen zu kämpfen hatte, weswegen ich mit dem Kauf noch warten wollte. Andererseits muss ich allerdings zugeben, dass diese Demo mich dann ob seiner grafischen Opulenz doch so nachhaltig beeindruckt hatte, dass das Spiel immer wieder durch meine Gedanken geisterte. Als Amazon um Weihnachten herum den Preis dann um über zehn Euro senkte und einschlägige Webseiten nicht über größere Probleme und Bugs berichteten, machte ich mir Anfang des Jahres selbst ein leicht verspätetes Weihnachtsgeschenk und orderte DIRT 2 beim Online-Versender.

Die Installation gestaltete sich unproblematisch, auch wenn es ein wenig dauerte, das Spiel zu installieren, aber die Datenberge wollen natürlich erstmal auf die Festplatte geschaufelt werden. Dort belegt es dann auch gute zehn Gigabyte.

Erstkontakt

Nach dem Start dann der Grund für die massivste Kritik an diesem Spiel: Zwangsregistrierung bei »Games For Windows Live«, ohne diese hat man im Prinzip nur einen teuren Bierdeckel erworben. Zur Eingabe eines üblichen Keys und dem Kopierschutz-Rootkit Securom kommt also auch noch der  Zwang, sich bei Microsoft anmelden zu müssen. Das geht zwar schnell und problemlos und wer bereits über einen Windows-Live-Account verfügt (so wie ich), der kann sich damit einloggen und anmelden, aber die Bevormundung durch Hersteller und Microsoft geht mir schon mächtig auf die Nerven. Ganz klar soll hiermit der Weiterverkauf von Software unterbunden werden, denn der Key wird ans Konto gebunden und kann bei einem Dritten nicht nochmal verwendet werden; Weiterverkauf somit unmöglich. Inwieweit das mit deutschem Recht konform geht, sei dahin gestellt, darüber haben sich schon klügere Köpfe denselben ohne Erfolg zerbrochen und es ist zu hoffen, dass irgendeine Verbraucherschutzorganisation wegen dieser und ähnlicher Praktiken mal einen Präzedenzprozess führt.

Der nächste negative Kritikpunkt zeigte sich ebenfalls schnell: Das Spiel gestartet und mal eben ein Rennen gefahren – das war der Plan, der so leider nicht aufging, denn ich wollte keinesfalls mit der Tastatur steuern. DIRT 2 erkennt nun zwar angeblich zahllose Force-Feedback-Lenkräder und ähnliches, war aber nicht dazu zu überreden, meine Playstation-Pads zu erkennen und zu nutzen, die über einen Adapter unter Windows perfekt identifiziert und eingebunden werden. Codemasters möchten hier offensichtlich Microsoft unterstützen und deren Hardware-Verkauf ankurbeln, denn ein Xbox-Controller wird automatisch erkannt und genutzt, heißt es. Nicht mit mir und ich suchte nach Alternativen, die ich schnell fand: XPadder heißt ein überaus nützliches Zusatztool, mit dem man problemlos Tastenbefehle auf fast beliebige Controller mappen kann. Das bedeutet, man kann die Tastaturbelegung auf Joypad-Tasten umlegen und diese dann trotz mangelnder Unterstützung für bestimmte Eingabegeräte seitens des Spiels nutzen. Da dieses Problem immer wieder mal auftaucht, auch gerade bei von mir gern gespielten Open Source- und Retro-Games, waren die 6,99 Euro für die Vollversion von XPadder wirklich gut angelegt und der Kauf vollzog sich dank Zahlungsmöglichkeit via PayPal völlig problemlos. Man kann dieses Tool somit jedem Zocker mit ähnlichen Problemen bedenkenlos ans Herz legen.

Die vorhandenen Strecken sind Anfangs ebenso begrenzt wie die wählbaren Autos, so dass hier zwar erstmal die Enttäuschung groß ist, aber sich auch die Qual der Wahl in Grenzen hält und man schnell auf die erste Strecke kommt. Weitere Spielelemente wie neue Strecken, weitere Fahrzeuge, Lackierungen und weitere Gimmicks werden erst im Verlauf des Karrieremodus freigeschaltet.

Augenweide: Die Grafik

Was sich schon in der Demo abzeichnete, gilt auch für das Spiel: Die Grafik ist überaus opulent, detailreich und es ist wirklich eine reine Augenweide, was da vor dem Spieler abläuft. Es wird nicht nur mit allen Tricks gearbeitet, was volumetrische und indirekte Beleuchtung und sonstige Lichteffekte angeht, es wird auch in Sachen Lensflares und Bewegungsunschärfe in einer Form alles gegeben, dass einem das Endergebnis ungläubiges Staunen entlockt. Weiterhin sind die Szenerien, also die Rennstrecken an sich, von einem visuellen Realismus geprägt, den ich so noch bei keinem Rennspiel gesehen habe.
Bei den Rennen selbst hat man leider meist nicht die Möglichkeit, sich an der an einem vorbei fliegenden Gegend zu erfreuen, aber glücklicherweise gibt es nach jedem Rennen eine Wiederholung, in der man auch vor und zurück spulen sowie pausieren kann. Auch in diesen Replays wird alles gegeben, selbstverständlich gibt es verschiedene Kameraperspektiven, die automatisch wie von einem elektronischen Regisseur gesteuert aneinander geschnitten werden. Statische Einstellungen, die wirken wie am Straßenrand platzierte Kameras, wechseln sich mit solchen ab, wie man sie von Sportübertragungen kennt, in denen Aufnahmegeräte in anderen Fahrzeugen mit über die Strecke fahren. Diese Perspektiven erhalten durch ein Handkamera-Feeling, bzw. dadurch dass sie sich mit der Streckenoberfläche synchron bewegen und auch gefakte Kamera-Aussetzer eingebaut werden einen fast beängstigenden Realismus. Die Wiederholungen sind eine solche Augenweide, dass ich mir immer wieder welche davon mehrfach angesehen habe, einfach nur weil sie so schön sind. Vom automatischen Schnitt abgesehen, kann man die Kameraeinstellung übrigens während des Replays auch manuell wählen und sich ein Rennen so zum Beispiel aus der Cockpit-Perspektive nochmal ansehen (vielleicht auch als eine Art AV-Training, was man beim nächsten Mal besser machen könnte).

An dieser Stelle möchte ich den ersten Film einschieben, da Bilder mehr sagen als tausend Worte. Es sei mir der Hinweis gestattet, dass der hier verwendete Soundtrack nicht aus dem Spiel stammt, da ich arge Bedenken wegen des Copyrights hatte und deswegen auf CreativeCommons-Material von Jamendo zurückgegriffen habe.

Und bitte daran denken: Es handelt sich um ein komprimiertes und gestreamtes Video, das die Grafikqualität nur erahnen läßt!

Mit der Zeit spielt man sich – wie oben bereits erwähnt – weitere Strecken frei, die sich grafisch und auch fahrerisch deutlich voneinander unterscheiden. Die optisch wohl schönsten sind eindeutig Kroatien, Marokko, China und insbesondere der Dschungel von Malaysia. Dafür ist der Spaßfaktor beim Truck- oder Baja-Buggyrennen in Ensenada, Kalifornien besonders hoch und insbesondere die engen, kurvigen Strecken in Londons Battersea-Arena und in Japans Metropolen sind äußerst fordernd für die Fähigkeiten des Spielers. Und sehen natürlich mit ihren Stadtansichten auch toll aus.

Wie schwer darf's denn sein? Die Handhabung

Liest man sich Kritiken und Rezensionen zu DIRT 2 durch, fällt schnell auf, dass die Meinungen hier weit auseinander gehen, sie variieren zwischen einem abwertend und wörtlich gemeinten »Kinderspiel« bis zu »unspielbar« schwer. Nachzuvollziehen ist beides nicht, denn DIRT 2 gibt dem Spieler alle Möglichkeiten an die Hand, den Schweregrad gemäß persönlicher Präferenzen einzustellen. Man kann beispielsweise wählen, ob man manuell schalten oder das dem Programm überlassen möchte, weiterhin darf man sich aussuchen, ob Schaden am Fahrzeug auch spielerische Auswirkungen hat, oder nur rein optisch dargestellt wird, so dass auch eine Rolle Draht nach einem mehrfachen Überschlag noch fährt. Weiterhin kann man mehrere Schwierigkeitsstufen wählen, die sich durch Unterschiede im Realismus des Fahrverhaltens ebenso auszeichnen, wie durch die Möglichkeit, gezielte Einstellungen am Fahrzeug vornehmen zu können, beispielsweise Federung, Bodenfreiheit und ähnliches.
Somit kann man das Spiel gezielt nach seinen Vorlieben konfigurieren, so dass ich die oben geäußerten Kritikpunkte nicht so recht nachvollziehen kann. Mag allerdings sein, dass das Spiel für Puristen auch mit höchstmöglichem Realitätsgrad noch zu einfach ist, aber Computerspiele werden nun einmal nicht für Nischenzielgruppen hergestellt, sondern für ein möglichst breites Publikum...

Zur Steuerung an sich ist wenig zu sagen, immerhin beschränkt sich die Manipulation eines Fahrzeugs auf so profane Dinge wie rechts/links, Gas und Bremse, für engagiertere Fahrer zusätzlich noch die manuelle Schaltung. Mit der Tastatur kann man all das auf Wunsch frei belegen, allerdings nochmal der Hinweis, dass das Spielen mit dieser keinen wirklichen Spaß macht. Aufgrund der Konfigurationsmöglichkeiten plus XPadder kann man sich aber eine Steuerung generieren, die den eigenen Vorlieben zupass kommt.
Im Vergleich zu NEED FOR SPEED ist aber eindeutig zu sagen, dass man mit Bleifuß hier nicht weit kommt, man muss auch im einfachsten Schwierigkeitsgrad Gas und Bremse gezielt einsetzen, sonst haut es einen gnadenlos von der Strecke und das wird dem übermotivierten Anfänger auch gern mal passieren.
Dennoch bemerkt man auch in den einfachen Varianten recht deutlich, wenn man zwischen verschiedenen Fahrzeugklassen oder Belägen der Rennstrecke im Verlauf eines Rennens wechselt, denn das Verhalten der Fahrzeuge ändert sich.

Für mich als Casual Gamer reichte vorerst eine relativ einfache Spielvariante und damit kommt man auch recht schnell voran, allerdings kann man mit höheren Schwierigkeitsgraden im Karrieremodus mehr Geld verdienen, um neue Fahrzeuge zu kaufen. Geht aber auch so, DIRT 2 zeigt sich hier erfreulich unaufdringlich und spielerfreundlich.

In dieser vergleichsweise einfachen Einstellung kann man dann beispielsweise bei den Baja-Rennen  in Kalifornien munter drauflos brettern und sich an spektakulären Crashs erfreuen, ohne dass das Rennvergnügen nach einem Überschlag gleich vorbei ist.
Und auch das zwanglose Zerlegen an einem dummerweise vorsätzlich im Weg herumliegenden Wackerstein, oder weil ein Gegner einen von der Strecke drängte, bedeutet nicht zwangsläufig des Ende für das aktuelle Rennen: zum einen kann man jedes Rennen jederzeit neu starten, auch nach dessen Abschluss. Sollte man im Karrieremodus also mal eine Strecke völlig verreissen, startet man einfach neu und fährt so lange, bis einem das Ergebnis gefällt. Weiterhin besteht die Möglichkeit des Zeitsprungs (und mit diesem SF-Element macht die Besprechung eines Rennspiels hier auf PhantaNews dann auch Sinn... :o): Über die ESC-Taste stoppt man das Spiel und kann im Rennen eine kurze Zeit (wenige Sekunden) zurückfahren, um an der Stelle dann wieder einzusetzen. Damit ist man in die Lage versetzt, vielleicht vor einer Kurve dann doch besser mal zu bremsen, oder dem Findling noch eben auszuweichen. Man sollte sich aber auf den einfachen Spielstufen von Crashs nicht unbedingt kirre machen lassen, denn allzu oft führen sie zu spektakulären, überaus spannenden und sehr sehenswerten Aufholjagden.

Bevor ich zum Thema Aufholen einen Film zeige, noch die Anmerkung, dass man natürlich auch während eines Rennens unter verschiedenen Perspektiven diejenige wählen kann, die einem am meisten zusagt. Leider ist die Ego-Perspektive hier etwas daneben gegangen, da sich die Kamera auf Stoßstangenhöhe befindet und damit deutlich zu tief gewählt wurde, denn die Strecke wird durch die Froschansicht sehr unübersichtlich. Schade, denn gerade auf einem Videobeamer ist die Egosicht ein Erlebnis besonderer Art und für Personen mit Gleichgewichtsproblemen bei Computerspielen keinesfalls zu empfehlen.

Hier ein Truckrennen auf dem Ensenada Sprint an dem ich bereits relativ weit am Anfang engere Bekanntschaft mit der Streckenumrandung mache. Der Film zeigt aber auch, dass man trotz eines solchen Patzers gleich zu Beginn immer noch mächtig Strecke wieder gut machen kann. Man muss sich natürlich einer gewissen Rücksichtslosigkeit befleißigen... :o)

Vielfalt oder Einfalt? Variationen

Es wurden Stimmen laut, die sich über einen Mangel an Abwechslung beklagten, die einen waren der Ansicht, es gäbe zu wenig Strecken, andere sahen nicht genug Fahrzeuge. Gerade bei letzterem scheint das auch so zu sein, in den unterschiedlichen Klassen hält sich die Variation zwar tatsächlich in Grenzen, aber mal ehrlich: üblicherweise hat man ohnehin schnell Favoriten, was die Karren angeht und bleibt bei einer, die dem eigenen Spielstil nahe kommt.
Bei der Streckenvielfalt möchte ich halbwegs zustimmen, an jedem besuchbaren Ort gibt es zwar verschiedene Kurse, die auch variiert werden oder rückwärts befahren werden können, es hätten ruhig ein paar mehr sein können, aber deutlich zu wenig sind es meiner Ansicht nach nicht. Es finden sich sowohl Rundkurse wie sich nicht wiederholende Start-Ziel-Strecken und insbesondere letztere sind auch schon einmal etwas länger.
Bei zu spielenden Extraevents muss man auch mal mehrere Strecken in unterschiedlichen Ländern hintereinander fahren und sich bei allen für entsprechende Punkte möglichst gut platzieren, was aber dank Zeitsprung normalerweise kein Problem sein sollte.
Damit auch sonst keine Langeweile aufkommt, werden verschiedene Grund-Events geboten, das geht von der normalen Rallye (inklusive Ansagen des Beifahrers oder der Beifahrerin – wenn man die freigeschaltet hat), über Trailblazer (die werden ebenfalls mit aufgebohrten Rallye-Fahrzeugen gefahren, allerdings schneller und ohne Sozius) bis hin zu Landrush im Gelände mit Trucks und geniale Rundkursrennen auf unebenen Strecken mit Baja-Buggies oder entsprechenden Rennlastern.  Als leicht exotische Variationen kann man die Gatecrasher-Rennen ansehen, diese absolviert man mit dem Rallye-Fahrzeug: auf der Strecke sind in regelmäßigen Abständen Hindernisse in Form von gelben Quadern installiert und die muss man dadurch zerstören, dass man durchbrettert, woraufhin sie in schönste Partikel zerschellen und einem um die virtuellen Ohren fliegen. Pro zerdeppertem Tor erhält man zwei Zusatzsekunden, im optimalen Fall kommt man damit bis ins Ziel.
Unschön finde ich, dass man nicht mit allen Fahrzeugen auf alle Strecken kann, sondern hier die Auswahl auch in den freien Rennen außerhalb des Karrieremodus eingeschränkt wurde, was nicht nachvollziehbar erscheint.

Zusätzlich zu den Rennen erfüllt man mit der Zeit automatisch verschiedene Aufträge, beispielsweise werden zurückgelegte Strecken oder Menge der Überschläge gezählt, erreicht man gewisse Ergebnisse, bekommt man hierfür wie für gewonnene Rennen Erfahrungspunkte, die irgendwann zum Levelaufstieg führen. Der führt dann wiederum zu mehr Strecken oder freigeschalteten Extras wie Fahrzeugen oder Lackierungen. Letztere haben mich im Großteil allerdings ob ihrer optischen Belanglosigkeit eher nicht angesprochen.

Es gibt was auf die Ohren – Der Sound

Man könnte meinen, dass bei einem Rallye-Spiel nicht viel zu machen ist, was die Geräusche angeht, ein wenig Motorenlärm und gut ist. Dem ist aber tatsächlich nicht so, denn selbstverständlich ist auch hier der Sound für den Gesamteindruck von einiger Wichtigkeit. Und so wurden tatsächlich sämtlichen verschiedenen Fahrzeugen unterschiedliche passende Soundkulissen verpasst, es wird durchaus nicht nur zwischen den Klassen unterschieden, sondern tatsächlich auch zwischen den Typen innerhalb dieser Klassen. Ein Blick in den Installationsordner zeigte auch schnell, dass da tatsächlich für die unterschiedlichen Fahrzeuge passende Motorengeräusch- (und andere) Konfigurationsdateien vorhanden sind.
Auch die restlichen Sounds wie Reifenquietschen auf Asphalt oder Crashs kommen gut, und sogar mit nur einem Stereo-Headset statt 5.1 hört man einen Verfolger hinter sich prima rankommen – oder entschwinden.

Im Gegensatz zu den letzten Varianten der Straßenrennen-NEED FOR SPEED-Serie die mit Hiphop und Crossover eher nervten (sorry, ist nicht meine Musik) bekommt man bei DIRT guten alten Rock auf die Ohren, wie er für spektakuläre Rennen dieser Art meiner Ansicht nach immer noch am besten passt. Um den Spieler nicht abzulenken, wird allerdings während der eigentlichen Fahrten auf Musikbeschallung verzichtet, die gibt es dafür zwischendurch und insbesondere bei dem Wiederholungen der Events. Wer auf gut gemachte Rockmusik steht, kommt mit dem Soundtrack allemal auf seine Kosten.
Da die Musikstücke gelooped sind, kann man sie leider nicht einfach als Soundtrack aus dem entsprechenden Ordner in die Musiksammlung kopieren, obwohl ein externes Abspielen relativ einfach möglich gewesen wäre, denn die Dateien liegen im ogg-Format vor.
Als relativ ärgerlich empfinde ich, dass die Titel der Musikstücke im Spiel nicht eingeblendet werden, während man sie spielt, so dass man raten muss, wann welcher Track läuft. Zwar sind Künstler und Stücke im Anleitungsheft verewigt, das hilft einem aber gar nicht weiter. Überaus schade, denn ich hätte wohl gern den ein oder anderen davon als MP3 erworben und die Recherche um herauszufinden, was was ist, gestaltet sich aufwendig.

Es geht doch nichts über echte Rivalen – Online

Mit der Registrierung bei Games For Windows Live eröffnet man sich auch die Möglichkeit, online gegen andere Spieler antreten zu können, um die Leistung zu messen. Das macht grundsätzlich ebenfalls eine Menge Spaß, allerdings gibt es ein paar unschöne Einschränkungen.

Sehr seltsam finde ich, dass bei den Rennen keine Unterscheidung zwischen den Spielerstufen stattfindet. Wenn ich mit Online-Level 1 antrete, dürfte klar sein, dass ich noch ein Neuling bin, dennoch wird man gnadenlos auch mit Spielern in ein Rennen gesteckt, die eine deutlich höhere Stufe besitzen, was natürlich nicht eben zu einer guten Platzierung führt und ein Frustansatz sein könnte. Bislang trat bei mir allerdings aufgrund des guten Gameplay dieses Problem nicht auf, bei DIRT 2 macht sogar Verlieren Spaß.
Weiterhin kann ich aufgrund meines Spielprofils offenbar nur gegen andere deutsche Spieler antreten. Ich habe bislang in Windows Live (das man innerhalb des Spiel mittels Tastendruck aufrufen kann) noch keine Möglichkeit gefunden, das zu ändern. Sollte irgendwann in der Zukunft, wenn DIRT 2 schon älter sein wird, die Zahl der Spieler abnehmen, wird sich diese Beschränkung noch übel auswirken, denn wenn beispielsweise in Deutschland keiner (mehr) spielt, so könnten doch international durchaus noch Gegner zu finden sein. Außerdem halte ich die Einschränkung auf ein Land für absolut nicht mehr zeitgemäß. Ich möchte aber nicht ausschließen, dass ich das irgendwo in Games For Windows Live doch einstellen kann...
Wer will, kann sich während eines Events mit den anderen Teilnehmern unterhalten, das Spiel erkennt angeschlossene Headsets automatisch und bietet die Möglichkeit zum Voicechat. Der getippte Chat ist nicht so gut gelöst, da man während eines Rennens einfach keine Zeit hat und nach dem Überfahren der Ziellinie schnell der Ladebildschirm kommt.
Man kann sich online entweder einem Rennen anschließen oder selbst eins nach den eigenen Vorlieben (Fahrzeuge, Eventvarianten und Strecken) erstellen und darauf warten, dass sich andere Spieler dafür entscheiden.

Alternativ zum Internet-Modus kann man auch mit ein paar Kumpels und Kumpelinnen im lokalen Netzwerk spielen.

Daumen hoch oder runter? Fazit

Es steht für mich völlig außer Frage: COLIN MCRAE DIRT 2 ist das bislang coolste, optisch beeindruckendste und bei Weitem unterhaltsamste Rennspiel, das ich je gespielt habe. Die Präsentation und das Fahrfeeling suchen ihresgleichen und so kann ich diesen Racer eigentlich jedem nur empfehlen, und das ausdrücklich insbesondere Personen, die weder übergroßen Realismus wollen, noch die Möglichkeit haben, viel Zeit zu investieren, um das Handling in den Griff zu bekommen. Als Mittvierziger lassen meine Reflexe im Vergleich zu den Kids sicherlich schon deutlich nach und trotzdem kann ich DIRT 2 beherrschen. Motiviertere können den Schwierigkeitsgrad nach Belieben erhöhen.
Von den angesprochenen Nachteilen wiegen für mich Securom als Kopierschutz und die Zwangsanmeldung bei Windows Live am schwersten, dieser DRM-Mist ist nicht kundenfreundlich und Codemasters (sowie Microsoft) sollte schnellstens wieder von solchen fragwürdigen Maßnahmen absehen, zumal sie Raubkopien maximal um ein paar Stunden bis Tage verzögern, aber nicht verhindern können, und hier wieder mal nur der ehrliche Kunde bestraft wird.

Ist man bereit damit zu leben und ist man kein Anhänger übergroßen Rallye-Realismus, kann ich DIRT 2 als Freizeitgestaltung mit dem Prädikat »Heidenspaß« und als Zeitsenke fast uneingeschränkt empfehlen. Wer Zweifel hat, sollte sich – einen Breitbandzugang vorausgesetzt – einfach  mal die Demo herunterladen und installieren, denn die verschafft einen guten Eindruck davon, was einen erwartet – wenn man damit leben kann, dass schon der Vorgucker Securom installiert. Mich hatte sie jedenfalls spielerisch überzeugt.

Und hier zum Abschluss nach all der Crasherei in den beiden vorhergehenden Videos noch eine entspannte Rallye durch Marokko, genauer Ait Ben Haddou.

Colin McRae Dirt 2 - offizielle Webseite

Testsystem:

  • Intel Core 2 Quad mit 2.8 GHz
  • 4 GB Ram
  • ATI HD 4770 mit 512 MB
  • Windows XP Pro SP 3

Getestet wurde die PC-Version, andere Versionen können logischerweise abweichen. :o)

Minimalanforderungen:

  • Betriebssystem XP, Vista oder Windows 7
  • Intel Pentium 4 3.0Ghz, AMD Athlon 64 3400+
  • 1 GB RAM (2 GB beiWindows Vista)
  • ATI Radeon X1500, NVIDIA GeForce 6800

empfohlene Anforderungen:

  • Vista oder Windows 7
  • Intel Core i7 or AMD Phenom II
  • 3 GB RAM
  • ATi Radeon HD 5700 Serie

AnhangGröße
dirt2.epub90.18 KB

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