PR2555 - KANTE DES UNTERGANGS - Leo Lukas
Weiter geht es auf der Scheibenwelt der Frerin. Perry und sein Trupp sichern den Wissenschaftlern der Frerin Unterstützung bei der Erforschung des Problems am Rande ihrer Scheibenwelt zu. Sie wollen die nächste Expedition zum Rand der Welt beschützen. Der Frerin Orcizu hat durch die heilige Reliquie mentale Fähigkeiten, mit denen er nicht nur die Frerin sondern auch die Terraner zur Durchsetzung seines Willens zwingt. Während die Terraner zunehmend von einer Müdigkeit befallen sind geht es dem Kristallwesen Clun'stal zunehmend besser.
Am Rand der Welt herrschen chaotische Zustände, die Expeditionsteilnehmer können beobachten, wie ihre Welt abbröckelt. Schuld daran ist (natürlich) entartete Psi-Materie. Orcizu öffnet die heilige Reliquie und (nicht entartete?) Psi-Materie entweicht, kann den Vorgang des Zerfalls für einige Augenblicke stoppen, dann müssen sie jedoch erkennen, dass der Verfall nun umso heftiger fortschreitet. Ohne die Psi-Materie aus der heiligen Reliquie verliert Orcizu seine hypnotischen Fähigkeiten, zudem verlieren auch viele der Frerin auf dieser Expedition ihr Leben. Orcizu wird schwer verletzt, die Terraner erleiden keine Verluste.
Die Lage ist mehr als ernst, die Scheibenwelt wird vollständig zerbröseln und Perry erfährt von einem weiteren Transferkamin unter der Pontifikalklause, durch diesen will er die Frerin irgendwohin evakuieren. Die Generalvikarin ist jedoch wenig erbaut, fürchtet um ihre Macht und lässt die Ermordung Orcizus anordnen.
Nun dringt Perry mit seinem Team und den Frerin, darunter Orcizu, der nun erkannt hat welchem Glauben er da anhing, in die Hauptstatdt Frer ein. Rhodan will den Pontifex selbst überzeugen. In der Pontifikalklause entdecken sie jedoch, dass der Pontifex tot ist und nur noch als robotische Hülle existiert. Die Generalvikarin ist nur mehr ein Cyborg und selbst mehr tot als lebendig, sie setzt den Pontifex zur Manipulation der Massen ein.
Es entbrennt ein heftiger Kampf in der Pontifikalklause, nicht nur mit dem Einsatzteam, sondern auch innerhalb der rivalisierenden Gruppen der herrschenden Kaste. Rhodan und Lloyd/Tschubai verfolgen die fliehende Generalvikarin, geraten in eine Falle aus der sie sich nicht befreien können. Es erscheint jedoch das Kristallwesen Clun'stal Niemand und rettet die beiden. Anschließend tötet Clun'stal die Generalvikarin.
Zu guter letzt erscheint noch das Raumschiff MIKRU-JON und »pumpt« jede Menge Psi-Materie in die Sphäre, die die Scheibenwelt umgibt. Diese Psi-Materie hat MIKRU-JON vorher auf Geheiß Rhodans gesammelt. Alles ist gut. Frerino ist gerettet, die Bösewichte sind tot oder bekehrt.
Tja, wenn der Roman nicht von Leo Lukas geschrieben worden wäre, dann wäre ich wahrscheinlich schwer enttäuscht. Aber durch die vielen Anspielungen ist die Lektüre unterhaltsam, wiewohl der Leser kaum etwas Neues erfährt. Die allgegenwärtige Psi-Materie geht mir mittlerweile ganz gehörig auf den Geist. Da besteht die Sphäre aus Psi-Materie, Teile davon sind »entartet« und sorgen so für den Zerfall der Scheibenwelt. In der Reliquie ist Psi-Materie, kann das aber nicht aufhalten. MIKRU-JON sammelt Psi-Materie. Psi-Materie, Psi-Materie. Die ist immer für etwas gut oder schlecht.
Wieder einmal lautet das Fazit, dass mit diesen Doppelroman wohl besser (und knackiger) in einem Heft abgehandelt hätte. Dann hätte sich die Handlung geradezu überschlagen und ich wäre hochzufrieden. Lukas reisst es raus, aber das kann ja nicht der letzte Schluß sein. Es muss etwas passieren, dass die Handlung voranbringt. Im Moment tritt sie eher auf der Stelle.
Meine Vermutung (im Text zu PR2554 geäußert), dass es sich bei Anthun, dem ordnenden Gott der Frerin, um eine Anspielung auf Uwe Anton handelt, wurde allerdings mehr oder minder bestätigt. Seite 13: »'[...] von ihrem Gott Anthun hinterlassen wurde.' - 'Owe Antun?' - 'Um Himmels willen, ich hoffe nicht!' - Die Raumsoldaten lachten. Otto Wilbur Antun war ein Besatzungsmitglied der JULES VERNE und berüchtigt dafür, anstehende Arbeiten ausnahmslos erst zum wirklich allerletzten Termin fertigzustellen.«
Und weil es sich ja um eine Scheibenwelt handelt, kann sich Lukas wohl auch diese Bemerkung auf Seite 31 nicht verkneifen: »Vier Elefanten trugen, auf dem Rücken einer riesigen Schildkröte stehend, in einer Sänfte einen graubärtigen Humanoiden mit schwarzem Schlapphut und Totenkopf-Zepter...«
Und zum Titel »Kante des Untergangs«: Jetzt weiß ich endlich, woher der Begriff »sich die Kante geben« kommt.
Nunja, auf der nach unten offenen Perry-Skala (bisheriger Tiefpunkt: »In den Höhlen von Ertrus«) bekommt das Heft immerhin noch einen positiven Wert, kann aber nicht wirklich überzeugen.
Nächste Woche geht es dann anscheinend mit Mondra im Inneren des Handelsstern weiter. Zudem kein Doppelroman. Sehen wir dann schon.
KANTE DES UNTERGANGS
PERRY RHODAN 2555
Leo Lukas
Heftroman
Verlagsunion Pabel-Moewig
ca. 60 Seiten, € 1,85
Coverabbildung Copyright VPM

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