PR2551 - DAS WUNDER VON ANTHURESTA - Michael Marcus Thurner
Weiter geht es mit dem zweiten Heft von Michael Marcus Thurner an jenem unbekannten Ort, der von einem riesigen Handelsstern dominiert wird. Wie mag jener geheimnisvolle Ort heißen? Wer jetzt den Titel des Romanheftes gelesen hat, der ist ein ganz gemeiner Spaßverderber ...
Hatte ich nach dem Aufttaktroman große Hoffnungen auf diesen zweiten Teil gesetzt, so sehe ich mich nun doch enttäuscht, denn anstelle einer Klimax kommt doch nur eine eher vorhersehbare Handlung.
Der Hyperkristallstaub, der überall in jenem Handelsstern herumliegt ist in Wirklichkeit ein Wesen mit dem Namen Clun'stal (Cluster und Kristall?), welches Kontakt mit seinem »Meister« namens Fogudare aufnehmen will/muss, um wieder vollständig zu werden. Es lag lange Zeit im so genannten Solitärschlaf, aber jetzt ist Perry aufgetaucht und das ist ja ein guter Grund, um mal zu erwachen.
Clun'stal sieht das etwas anders: Es sind Fremde in TALIN ANTHURESTA eingedrungen. Er versucht Kontakt mit einem der Eindringlinge (Lloyd/Tschubai) aufzunehmen, dieser reagiert jedoch panisch. Lloyd/Tschubai wird wieder von dem Kristallstaub eingehüllt, verliert das Bewusstsein und wenig später sein Leben. Perry und Mondra sind bestürzt, doch glücklicherweise steht das Konzept von Toten wieder auf und wird in einen Heilschlaf versetzt.
Eine gute Gelegenheit, um sich den verbliebenen Psi-Folien zu widmen. Auf der JULES VERNE terrorisiert die Folie Myles Kantor die Besatzung, insbesondere seinen »Besitzer« Tica Chucan. Peryy und Mondra erhalten dabei Unterstützung von Mikru, der Seele des Schiffes MIKRU-JON. Mikru hat bereits die Psi-Folie »Thora« besiegt und in sich aufgenommen. Neben Myles Kantor ist nun noch eine weitere Folie übrig, diese wurde ausgerechnet von dem »halbintelligenten Tier« Ramoz erschaffen.
Es kommt, wie es kommen muss, mit Hilfe von Mondra und Perry schafft Mikru es, zunächst die Psi-Folie Drrdin (die von Ramoz erzeugte Psi-Folie) und anschließend Myles Kantor in sich aufzunehmen. Offenbar hat Mikru damit eine neue Stufe ihrer Existenz erreicht.
Nachdem Tschubai/Lloyd aus seinem Heilschlaf erwacht ist und Kontakt zu dem Kristallwesen Clun'stal aufgenommen hat, gelingt es ihm Clun'stal von den friedlichen Absichten der »Eindringlinge« zu überzeugen. Sie werden von Clun'stal zum so genannten »Friedhof« geführt. Dort stehen riesige, versteinerte, walähnliche Wesen. Clun'stal versucht nun Fogudare zu wecken - tatsächlich beginnt eines der riesigen Wesen sich zu bewegen.
Fogudare ist mittlerweile allerdings dem Wahnsinn nahe, um nicht zu sagen, wahnsinnig geworden. Fogudare droht Rhodan und Mondra Diamond zu töten, möglicherweise gar TALIN ANTHURESTA zu zerstören. Clun'stal bittet Rhodan Faugadre zu töten. Rhodan ringt mit sich und seinen Moralvorstellungen, wischt diese jedoch beiseite, nachdem Lloyd/Tschubai ihm versichert hat, dass Fogudare sterben will. Das walähnliche Ding ist nur eine Art Aktionskörper; der »echte« Fogudare ruht in einem gigantischen Bassin. Rhodan erfüllt den Tötungswunsch, Bassin und Fogudare verschwinden in einem Lichtblitz.
Tja, das war's. Naja, nicht ganz. Erwähnenswert ist noch, dass Rhodan Ähnlichkeiten zwischen den von seinem B-Controller angezeigten Symbolen und vier Kartuschen aus der »Halle der 1000 Aufgaben« im Stardust-System zieht.
Wie eingangs schon erwähnt, es bleibt etwas Enttäuschung übrig. Was sollte das jetzt alles? Die Psi-Folien sind alle weg bzw. in Mikru aufgegange. Fogudare wird gesucht, gefunden und getötet. Über Ramoz' Vergangenheit bzw. über die Folie Drrdin erfährt der Leser ebenfalls nichts.
Jede Menge neue offene Fragen. Ähnlichkeiten mit LOST sind rein zufällig, dort wurden auch mit jeder Folge neue Fragen aufgeworfen.
Immerhin einen gewissen »Sense of Wonder« will ich diesem Doppelroman nicht absprechen, aber tatsächlich ist nichts Wesentliches passiert. Spannung sieht da doch anders aus.
Und dann war da noch: Dem Konzept Lloyd/Tschubai geht es dramatisch schlecht. Es folgt der Satz: »Eine derart komplexe Anamnese war mir niemals zuvor untergekommen.« Ich kenne mich mit medizinischen Begriffen nicht aus, darum habe ich mal in der Wikipedia nachgeschaut, was das eigentlich bedeutet. Anamnese ist (verkürzt) die gesamte Leidensgeschichte des Patienten. Hmm, so ein von ES hervorgebrachtes Konzept hat also eine Leidensgeschichte. Interessant.
Fazit: Nach dem schönen Auftakt in 2550 enttäuscht 2551 dann doch. Irgendwie hängt das noch ein wenig in der Luft. Liegt aber möglicherweise an mir. Ich kann mir beispielsweise eine 4400 km durchmessende »Station« nicht vorstellen. Noch dazu eine, in der »rauh behauene Decken« vorkommen.
Nun gut, Perry ist in Anthuresta angekommen. Soviel dazu. Mit dem nächsten Heft wird dann zu Sinnafoch umgeblendet. Das könnte spannend(er) werden.
DAS WUNDER VON ANTHURESTA
PERRY RHODAN 2551
Michael Marcus Thurner
Heftroman
Verlagsunion Pabel-Moewig
ca. 60 Seiten, € 1,85
Coverabbildung Copyright VPM

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