PR 2542 - SHANDAS VISIONEN - Hubert Haensel

Cover PR 2442Autor: Kyr

Nach langer Zeit geht's auch mit dieser Kolumne weiter. Die Verzögerung ist nicht mehr mit der Fußball-WM zu rechtfertigen, sondern eher mit inhaltlichen Problemen. Welche das sind hoffe ich in dieser und den kommenden Folgen zu begründen.

Das letzte Mal verließen wir das Stardust-System in Faraway als gerade VATROX-VAMU eingetroffen war. Das hatte ja »nur« zwei Hefte Vorbereitung erfordert und (um es gleich zu sagen) die Exposé-Redaktion hält es für notwendig uns weiter mit dieser Ankunft zu quälen.
Die Handlung des Heftes ist mehr als dünn. Wir lernen Shanda Sarmotte kennen. Sie ist die Tochter von Eltern, die im Stardust-System vom goldenen Funkenregen berührt wurden und später bei einem Unfall ums Leben kamen. Shanda selbst scheint nicht die hellste zu sein, hat aber eine besondere Fähigkeit: Sie kann komplizierte mechanische Vorgänge vorausberechnen. Das ist eine Fähigkeit, die man im normalen Leben niemals braucht und auch Shanda kann davon nur Gebrauch machen, indem sie die Sicherheitsprotokolle in der Abteilung des Pharmakonzerns deaktiviert und dann zwischen den Robortarmen »umherhüpft«.
Um den Titel des Heftes zu rechtfertigen hat sie auch »Visionen«, eine Psi-Begabung mit der sie sich in die Emotionen anderer Menschen hineinversetzt. Dummerweise kann sie diese Fähigkeit nicht kontrollieren.

Nun gut. Wir erleben also einen Tag aus Shanda Sarmottes Leben. Zum Ende des Romans tauchen dann Vorremar Corma, Huslik Valting und so ein Schlägertyp und setzen Shanda gewaltig unter Druck. Corma will unbedingt seinen Mutantendetektor an ihr ausprobieren. Shandas Vorgesetzter schreitet ein. Die drei tauchen jedoch wenig später wieder auf, schlagen den Vorgesetzen zusammen und wollen Shanda offenbar entführen.

Genau in diesem Moment erscheint jedoch VATROX-VAMU im Stardust-System und alle (?) erleben einen furchtbaren mentalen »Schlag«. Corma und Konsorten werden bewusstlos, Shanda bleibt bei Bewusstsein.

Eine Hammer-Handlung. Es passiert praktisch nichts. Allenfalls erfährt man, dass Corma mittlerweile wohl jede Skrupel vermissen lässt (sein Auftritt wirkt deswegen auch sehr unglaubwürdig - für den Ex-Administrator des Stardust-Systems) und wohl nicht nur Shanda, sondern auch die anderen Kinder der »vom goldenen Funkenregen Berührten« bei Bewusstsein bleiben. Achso, hatte ich erwähnt, dass VATROX-VAMU im Stardust-System eingetroffen ist? Nicht? Naja, wer das vorherige Heft nicht gelesen hat, weiß es jetzt.

Fazit: Vom literarischen Punkt her ein durchaus interessantes Projekt - ein Tag im Leben von Shanda Sarmotte. Inhaltlich sehr dürftig. Zudem ist die Charakterdarstellung von Vorremar Corma unglaubwürdig, wenn man es mit der Darstellung in den bisherigen Heften vergleicht. (Andererseits: Der Typ war mir schon immer unsympathisch; ich fühle mich also bestätigt.)

Und das Beste kommt noch: Im nächsten Heft wird uns Hubert Haensel mehr über die Ankunft von VATROX-VAMU berichten. Das könnte bedeuten, dass VATROX-VAMU im Stardust-System eingetroffen ist. Hatte ich das schon erwähnt?

Damit dürfte dann auch die Ankunft VATROX-VAMUS absolut ausgelutscht sein und die Handlungsebene sollte danach (!) umblenden. Hoffe ich.

SHANDAS VISIONEN
PERRY RHODAN 2542
Hubert Haensel
Heftroman
Verlagsunion Pabel-Moewig
ca. 60 Seiten, € 1,85

Coverabbildung Copyright VPM

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