DER PLAN - hätte einen selbigen benötigt

Kinoplakat DER PLANAutor: Bandit

- ohne Spoiler geht nichts -

Zwei sich unbekannte Menschen treffen das erste Mal aufeinander. Dieses Aufeinandertreffen wirkt auf den vielversprechenden Politiker David Norris derart inspirierend, dass er noch am selben Abend von seinem Script abweicht und improvisierend die Rede seines Lebens hält. Als jüngster Anwärter auf einen Senatoren-Platz sichert ihm diese Rede schon jetzt die Wahl, die noch ein paar Jahre voraus liegt.

Das eine wäre ein Dialog, das andere eine Rede, die beide so geschliffen, durchdacht und perfekt im Drehbuch geschrieben sein müssten, dass der Zuschauer die Ausgangssituation dieses Films wirklich nachempfinden kann. Weder Dialog noch Rede sind in Philip K. Dicks Kurzgeschichtenvorlage beschrieben, es gibt keinen Politiker, keine geheimnisvolle Frau, und Dicks Hauptcharakter Ed Fletcher hat nicht das Geringste mit David Norris aus dem Film gemein.

AIDAN 5: zwischen SF, Film Noir und Bleistiften - ein Interview mit Ben Bays

AIDAN 5»Hauptsächlich glaube ich, dass die Unterhaltung immer noch genau so funktioniert wie vor hundert Jahren: die Zuschauer wollen eine tolle Geschichte gut erzählt bekommen. Solange sich die Erde weiter dreht werden Leute wie ich einschalten, um sich diese gut erzählten Geschichten anzusehen und dabei ist es egal, über welche Plattform sie geliefert werden. Das Web hat es nur viel einfacher  gemacht, sich ins Spiel zu bringen.«

Vor Kurzem stolperte ich irgendwo in den Weiten des WWW über etwas, das sich AIDAN 5 nennt. Es handelt sich dabei um eine Webserie, wie sie derzeit immer öfter im Netz auftauchen. Das Besondere an dieser: sie basiert auf einem gleichnamigen Kurzfilm, der einen Wettbewerb gewann, und die Szenerien in denen echte Schauspieler agieren sind mit dem Bleistift gezeichnet. AIDAN 5 ist waschechte Science Fiction, erinnert aber an Film Noir.

Diese Kombination ist natürlich was für mich alten SF-Fan, der auch von Hammett und Chandler immer sehr angetan war, und deswegen habe ich eine Mail mit Interview-Fragen in die USA gejagt. Das Ergebnis findet sich in diesem Artikel.

AIDAN 5: Between SF, Film Noir And Pencils - An Interview With Ben Bays

AIDAN 5»But ultimately I think that entertainment is still the same as it was 100 years ago: audiences want to hear a good story told well. And as long as the Earth keeps spinning, people like me will tune in to watch those well-told stories regardless of what delivery platform they arrive on. The web just made it convenient for more people to get in the game.«

A short time ago I ran across something in the vast spaces of the WWW that is called AIDAN 5, it is one of the webseries that are popping up all over the internet. What makes it special: it is based on a shortfilm of the same name that won a contest - plus it is created as live action combined with pencil-drawn scenery. AIDAN 5 is pure science fiction but also has a healthy dose of film noir.

For me as an old fan of SF who also likes the classic masters of suspense and crime Hammett and Chandler this is quite something and so it was only normal to send a mail with a bunch of questions to the United States. You will find the answers in this article.

Gebrauchsanleitung für TRON LEGACY

FilmplakatAutor: Stefan Holzhauer

Vor 25 Jahren brachte Disney einen Film in die Kinos, der zum damaligen Zeitpunkt aufgrund der verwendeten Technik nur als »bahnbrechend« bezeichnet werden konnte. Schauspieler agierten fast vollständig vor Blue- oder Greenscreen und wurden in eine vom Computer generierte Wunderwelt versetzt, in das Innere eines Computers, in dem Programme wie Lebewesen existierten und agierten.

Die Rede ist selbstverständlich von TRON.

Jetzt, nur schlappe zweieinhalb Dekaden später, schuf Disney eine Fortsetzung namens TRON LEGACY; einer der Produzenten war der Regisseur des ersten Teils Steven Lisberger. »Ernsthafte« Kritiker sind entsetzt, Fans voll des Lobes. Falls ihn jemand noch nicht gesehen haben sollte (ich hatte leider Terminprobleme), möchte ich ein paar Hinweise zur Nutzung geben...

LEVEL R - Free2Play MMO-Racer von Gamigo

Level R (Logo mit Wagen)Autor: Bernd "Camo" Meyer

Ein Autorennen-MMO? Richtig gesehen, genau darum handelt es sich hierbei. Und gar nicht mal schlecht gemacht, auch wenn Autorennen sonst nicht meine Welt sind.

Klingt langweilig? Ist es gar nicht. Dafür sorgen unterschiedliche Faktoren:
Zum einen erhält man durch Rennen Erfahrungspunkte und Ingame-Währung, mit der man neue Autos und Tuningteile erwerben kann. Mehr Geschwindigkeit, mehr Beschleunigung, besseres Handling, mehr Struktur, das Fahrzeug ist je nach Wunsch und Geldbeutel beliebig modifizierbar.

CHAMPIONS ONLINE - Ein erster Einblick in die Free2Play-Version

Cover Retail Box CHAMPIONS ONLINEAutor: Bernd »Camo« Meyer

Ich muss ein Geständnis machen: Ich liebe Superhelden! Schon seit meiner Kindheit (die SEHR lange zurückliegt ... und Freunden zufolge noch lange nicht beendet ist) liebe ich dieses Genre. SUPERMAN, BATMAN, SPIDER-MAN (auch wenn er damals in Deutschland noch als DIE SPINNE auftrat) - ich hab es alles verschlungen. Selbst heute noch, wo der Markt recht trocken ist hierzulande, zumindest wenn man sich am Bahnhofsbuchhandel orientiert, wandert immer noch das ein oder andere Heft zu mir.

Ich hatte vor einiger Zeit CITY OF HEROES / CITY OF VILLAINS gespielt und fand es sehr schön. Später hörte ich dann von CHAMPIONS ONLINE, hatte sogar einen Beta-Key... aber mein alter Rechner weigerte sich, mit dem Spiel zu kooperieren. Als dann die treue Maschine ihr Leben aushauchte, kam die Chance, es doch noch einmal zu testen. Aber Gebühren zum testen... ungern. Als ich also die eMail erhielt, dass es nun Free2Play wäre, griff ich zu. Und war damit einen halben Tag schneller mit der Installation als der gute Stefan [Chef der PhantaNews, Anm. d. Red.], weswegen ich mich dann auch bereiterklärte, diesen Bericht zu schreiben. Zumal ich wahrscheinlich einer der wenigen bin, die das Pen&Paper-Rollenspiel CHAMPIONS von HERO Games kennen, auf denen dieses MMO basiert. ;)

J.J. Preyer - SHERLOCK HOLMES UND DER FLUCH DER TITANIC

Cover SHERLOCK HOLMES UND DER FLUCH DER TITANICAutorin: Alisha Bionda

Alisha Bionda bespricht einen neuen Roman um den genialen britischen Detektiv Sherlock Holmes und seinen unvermeidlichen Partner Dr. Watson. Diesmal geht es um den Untergang der Titanic.

Klappentext:

Sherlock Holmes und Doktor Watson versuchen das Rätsel um den Untergang der Titanic im Jahr 1912 zu lösen. Dabei lernen sie Überlebende des Unglücks kennen, darunter den Kopf einer gefährlichen Verschwörung. Ihm ist die Frau auf den Fersen, die Holmes schon einmal hinters Licht geführt hat: Irene Adler, die Frau im Leben des großen Detektivs.

Zwischen Holmes und Irene Adler entbrennt erneut ein erbitterter Kampf.

Sean O'Connell - TÍR NA NÓG

Cover TIR NA NOGAutor: Stefan Holzhauer

In nahezu allen Fällen, in denen man heutzutage Phantastik angedient bekommen soll, bedienen sich Verlage gerne des Hilfsmittels Genre-Schublade. Kein Wunder. Wenn sich HARRY POTTER verkauft wie geschnitten Brot, dann ist man in den Marketing-Abteilungen der Ansicht, dass der Leser mehr davon möchte und sucht in verzweifelt anmutender Weise nach ähnlichem Kram, um den dann unter dem überstrapazierten »All Age«-Etikett mit dem Zusatz »Der nächste Harry Potter« an die geifernde Fanmasse zu verhökern. Ähnliches gilt für Urban Fantasy, Romantasy, Vampire und was es für Einordnungen mehr gibt.

Als kritischer Leser gewinnt man den Eindruck, dass durch diese Vorgehensweisen nur noch Kopien von Kopien in Buchform auf den Markt geworfen werden und hauptsächlich massenkompatible Mainstream-Ware den Weg zum Phantastik-Freund findet. Außergewöhnliches muss man mit der Lupe suchen, wenn es überhaupt vorhanden ist. Klar, bei einem Großteil der Leser handelt es sich um Konsumenten, die einfach was Kurzweiliges zum Lesen haben wollen und denen mein Gesabbel über Schubladen und Mainstream völlig egal ist.

Dennoch – man hat den Eindruck, dass in den Einkäufer- und Marketingetagen der Verlage ein Stoff nur noch dann angenommen wird, wenn er an irgendwas Erfolgreiches angelehnt wurde. Wieviel hochinteressantes Zeug uns Phantastik-Anhängern dadurch verborgen bleibt, weil es nie in Druck kommt, möchte ich mir gar nicht vorstellen, bzw. weiß es, da ich amerikanische Originale lese, die den hiesigen Markt nie erreichen, obwohl sie brilliant sind.

Umso erfrischender ist es dann, wenn man endlich einmal etwas präsentiert bekommt, das zwar bekannte Versatzstücke aufweist, sich aber jeglicher Schubladen auf nahezu dreist zu nennende Weise entzieht und diese Versatzstücke aus diversen Spielarten des Genres zu einem kurzweiligen Neuen vermengt.

Die Rede ist von Sean O'Connells Roman TÍR NA NÓG.

CODE 46

DVD-Cover CODE 46Autorin: Beate Rocholz

Ich hatte nur die Inhaltsangabe für den Film gelesen und ihn dann auf die Leihliste meines Online-DVD-Verleihs gesetzt. Als der Film eintraf, waren meine Erwartungen nicht besonders hoch - und wurden millionenfach übertroffen!

Nicht in ferner Zukunft, nein, in einer bedenklich nahen Zukunft spielt die Handlung. Anfängliche Details tragen zur ersten Faszination bei: in den Städten herrscht inzwischen ein Mischmasch von Kulturen und Sprachen, so dass trotz des Haupthandlungsortes Shanghai laufend spanische, französische, italienische und chinesische Floskeln fallen.

Doch die zu Megacities ausgebauten Städte beherbergen nicht die gesamte Menschheit. Die Gesellschaft hat sich im Film zu einem zwei-Klassen-System entwickelt. Gut hat's der, der »drinnen« ist, also in der streng bewachten Stadt wohnen darf. Richtig dreckig geht's denen, die »draußen« sein müssen. »Draußen«, also um die Megacitys herum, gibt es - durch eine Klimakatastrophe ausgelöst - nur trostlose Wüste. Dort vegetieren alle unterhalb der Armutsgrenze vor sich hin. Es gibt kaum eine Chance, in die sichere Zone einer Stadt zu kommen. Außer auf illegalem Weg...
Ohne ein gültiges »Papel« kommt man in keine Stadt und darf auch keine Stadt verlassen. Hinzu kommt, dass man nach Auslaufen eines »Papel« nicht mehr versichert ist. Das heißt alles ist abgesichert durch irgendeine Form von Versicherung diverser Mega-Konzerne, in denen man Arbeit findet (der Globalisierung sei Dank!). Gerade dieses Detail gibt eine zusätzliche Gänsehaut, da eine solch extrem durch Riesenkonzerne »abgesicherte« Zukunft durchaus im Bereich des Möglichen liegt(!).

THE WALKING DEAD: TS-19 - obduziert und gespoilert

Ricks PferdAutor: Bandit

Als sich in der vorangegangenen Episode die Tore des Center for Disease Control öffneten, hüllten sie unsere Helden in das gleißende Licht der Hoffnung. Wenn die sozialen Strukturen auseinanderbrechen, dann bleibt als letzte Bastion der Normalität eine staatliche Einrichtung. Doktor Jenner als engelsgleiche Figur, der weiß gewandet den Bedürftigen Einlass gewährt. Natürlich stirbt die Hoffnung zuletzt, und sie erhebt sich immer und immer wieder, wenn man ihr nicht das Hirn rausbläst.
Und die Tücken des Fortschritts setzen der Hoffnung immer und immer wieder zu. Wenn es keine Gesellschaft mehr gibt, welche die selbige aufrecht erhält, dann ist dieser Fortschritt wie einer der wandelnden Toten, die rastlos getrieben werden, aber am Ende doch einfach verwesen und zerfallen. Wenn sich die Toten erheben, bleibt der bestmögliche Ansatz auf Hilfe ganz sicher beim CDC. Er sei sehr dankbar, sagt Rick zu Jenner, dass dieser der kleinen Gruppe Einlass gewähre. »Der Tag wird kommen, an dem Sie es nicht mehr sind«, entgegnet Jenner.

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